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Ausstellungsarchiv

Sonderausstellungen in der Glashütte Gernheim

Timo Sarpaneva

Finnisches Glasdesign

16.2. - 6.12.2020

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Ein blaues Glasobjekt des finnischen Künstlers Timo Sarpaneva.

Contra Corona

Deutsches Heißglas 2020

26.7. - 1.11.2020

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Drei bunte Glaskugeln stellen Corona-Viren dar.

Leuchten der Moderne

Glasproduktion im Licht des Bauhauses

10.2. - 25.8.2019

Die Sonderausstellung zum 100. Geburtstag des Bauhauses widmet sich den Rahmenbedingungen von Produktgestaltung und Industriedesign im frühen 20. Jahrhundert. Sie schlägt den Bogen vom hitzebeständigen Glas über das Industriedesign des Art Déco, die Konzepte des Bauhauses und Wilhelm Wagenfelds Entwürfe bis hin zu den Formen der sogenannten „Neuen Sachlichkeit“. Unter den gezeigten Objekten befinden sich viele seltene, noch nie gezeigte Stücke.

Begleitet wird die Präsentation von zeitgenössischen Fotos, Werbematerial, Katalogen und Entwurfszeichnungen. Das Material illustriert einen einschneidenden Abschnitt der deutschen Technik- und Designgeschichte, in der das elektrische Licht innerhalb weniger Jahre die Gaslichtbeleuchtung verdrängte.

Fabrik. Denkmal. Forum

40 Jahre LWL-Industriemuseum fotografiert von Berthold Socha

14.9. - 23.12.2019

Vor 50 Jahren wurde als erstes Industriegebäude des Ruhrgebiets die Maschinenhalle der Zeche Zollern II/IV in Dortmund unter Schutz gestellt. Das war die Geburtsstunde der Industriedenkmalpflege. Zehn Jahre später folgte dort die Gründung des Westfälischen Industriemuseums, heute LWL-Industriemuseum, Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur. Das war der Beginn der Industriekultur. 40 Jahre, in denen sich an acht Orten Fabriken in Denkmäler, Denkmäler in Museen und nunmehr Museen in Foren für die Menschen in Westfalen und Lippe wandelten.

Berthold Socha hat diesen Wandel über Jahrzehnte begleitet, als Mitarbeiter der LWL-Kultur, aber auch als passionierter Fotograf. Seine Arbeiten ergründen die skulpturalen Qualitäten der acht Denkmäler, folgen künstlerischen Ansprüchen. In der Gesamtschau liefern Sochas Fotografien heute eine sehr persönliche Sicht auf den langen Weg von der Fabrik zum Denkmal und weiter zum Forum, das wir heute als das LWL-Industriemuseum kennen.

Katalog

Fabrik. Denkmal. Forum

40 Jahre LWL-Industriemuseum fotografiert von Berthold Socha. Hg. LWL-Industriemuseum, Dirk Zache. Dt./Engl. 116 Seiten, Klartext Verlag, Essen 2019, ISBN 978-3-8375-2116-0, Preis: 14,95 Euro.

Cover Ausstellungskatalog

Weingläser aus vier Jahrhunderten

Die Sammlung Christian Jentsch

21.10.2018 - 12.5.2019

Aus welchen Gläsern trinken wir Wein? In den letzten vierhundert Jahren wurde diese Frage unterschiedlich beantwortet. Allerdings spiegeln die Gläser nicht nur den Geschmack ihrer Epoche, sondern auch die technischen Möglichkeiten ihrer Entstehungszeit wider.

„Weingläser aus vier Jahrhunderten“ repräsentieren den Wandel des Weinglases vom einfachen Waldglas bis zum Trinkgefäß nach Entwürfen renommierter Designer aus industrieller Serienfertigung. Herausragende Exponate aus der Sammlung von Christian Jentsch dokumentieren die Schöpfungen verschiedener Epochen. Die Weingläser bezeugen die Wandlungsfähigkeit von Glas sowie die Entwicklung vom einfachen Waldglasrömer aus dem frühen 17. Jahrhundert über die venezianischen Schöpfungen bis hin zu den Massenprodukten nach Entwürfen von Designern im 19. und 20. Jahrhundert.

Le forme del vetro

Glas des frühen 20. Jahrhunderts aus Murano

8.4. - 7.10.2018

Die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gelten als erfolgreichste und innovativste Phase der Glasproduktion Muranos. Die Gläser aus den Hütten der venezianischen Inselgruppe sind heute Klassiker und werden auf dem Kunstmarkt hoch gehandelt. Die Ausstellung zeigt einen repräsentativen Querschnitt von Gläsern dieser prägenden Phase.

Mit der Ausstellung knüpft die Glashütte Gernheim an die 2014 gezeigte Schau zum venezianischen Glas des 19. Jahrhunderts an. Diesmal steht die Formgebung im Mittelpunkt – daher auch der Titel „Le forme del vetro“ (Die Formen des Glases). Kurator der Ausstellung ist der italienische Kunsthistoriker Aldo Bova.

Die Glashütten Muranos lösten sich Anfang des 20. Jahrhunderts von den überlieferten Gestaltungen des vorhergehenden Jahrhunderts und entwickelten eine aus heutiger Sicht moderne Formensprache. An die Stelle üppiger Dekore und detailreicher Applikationen trat nun eine reduzierte Gestaltung mit klaren Konturen und oft monochromen Glasmassen.

Zu den bekanntesten Gestaltern der Epoche gehören Vittorio Zecchin und Napoleone Martinuzzi. Beide Entwerfer schöpften aus der Tradition, orientierten sich aber an den klar konturierten Gläsern des 16. und 17. Jahrhunderts und an antiken Glastypen. Sie stilisierten diese historischen Vorbilder zu räumlich geometrischen Hohlkörpern und passten sie so dem neuen Stil an.

Katalog

Le forme del vetro

Glas des frühen 20. Jahrhunderts aus Murano. hrsg. von LWL-Industriemuseum, Aldo Bova und Katrin Holthaus, Essen : Klartext , 2018, Umfang:129 S. : Ill. ISBN:978-3-8375-1950-1.

Cover Ausstellungskatalog

Tapio Wirkkala

Ein Klassiker des finnischen Designs

19.3. - 27.8.2017

Tapio Wirkkala (1915-1985) gilt als einer der renommiertesten Designer und Architekten Finnlands. Seine Entwürfe, vor allem in Glas, Silber oder Porzellan, gehören zu den Klassikern des modernen Designs. Die Sonderausstellung in der Glashütte Gernheim beleuchtet das Schaffen Wirkkalas in allen Facetten. Der Schwerpunkt liegt auf seinen Entwürfen in Glas.

Vor allem als Glasdesigner wurde Wirkkala auch bekannt. Für die Glashütte Iittala etwa entwarf er Objekte aller Genres. Ab 1946 schuf Wirkkala hier viele seiner bekanntesten Modelle, so z.B. den „Pfifferling“ (Kantarelli). Im Jahr 1954 wurde Tapio Wirkkala künstlerischer Direktor der Glashütte Karhula-Iittala. Seit den 1960er Jahren kooperierte er mit einer der einflussreichsten Glashütten Muranos, Venini. Dort werden seine inzwischen klassischen Entwürfe heute noch ausgeführt.

Wirkkala entwickelte aber auch für andere Materialien bahnbrechende Entwürfe, so arbeitet er mit der Gold- und Silberschmiede Kultakeskus oder dem Porzellanhersteller Rosenthal zusammen. An vielen seiner Entwürfe ist die Inspiration durch die finnische Natur deutlich abzulesen.

Die durch das Finnische Glasmuseum kuratierte Ausstellung führt Objekte aus vielen Sammlungen zusammen: Die Collection Kakkonen sowie die Tapio Wirkkala Rut Bryk Stiftung und das Finnische Glasmuseum selbst steuerten die Exponate bei. Neben den klassischen Glasobjekten sind auch Wirkkalas Entwürfe für die Porzellanmanufaktur Rosenthal zu sehen.

Josef Welzel

Skulptur, Gravur und römisches Luxusglas

09.08.2016 - 12.02.2017

Josef Welzel (1927 - 2014) gilt als einer der international renommiertesten experimentellen Archäologen seiner Generation, darüber hinaus ist er ein vielseitiger Künstler und Designer. Die Ausstellung im Herrenhaus gilt als Hommage an sein Lebenswerk.

Während seiner Lehrtätigkeit an der Glasfachschule Hadamar hat Welzel ganze Generationen von Schülern geprägt - nicht nur als Graveur und Schleifer, sondern auch als Formgestalter.

Neben der Gravur wirkten seine Arbeiten aus gegossenem Glas sowie die farbigen Glasschmelzexperimente wegweisend. Durch seine vielseitige Ausbildung entwickelte er sich zum Bildhauer, zum Erforscher der antiken Glaskunst und zum Graveur mit weltweiter Anerkennung. Über drei Jahrzehnten lang rekonstruierte Welzel antike Luxusgläser, insbesondere römische Diatret-Gläser.

Bereits 1957 modellierte Welzel seine ersten Plastiken, die in Bronze gegossen wurden, und schuf erste Glasschmelzarbeiten. Das umfangreiche bildhauerische Werk Welzels ist zum einen von seinen Lehrern in Schwäbisch Gmünd beeinflusst; zum anderen entsprechen seine organisch fließenden Formen dem unter anderem von Hans Arp oder Henry Moore geprägten Zeitstil der 1960er und 1970er Jahre.

Von der stilisierten menschlichen Figur war für den Bildhauer Welzel der Schritt in die gegenstandsfreie Abstraktion nur konsequent. Welzel lieferte einerseits Designentwürfe für große Vasen aus Pressglas für die industrielle Produktion, andererseits gestaltete er zahlreiche dickwandige Schalen mit farbigen Einschmelzungen - individuelle Kreationen, die seiner Experimentierfreude großen Raum boten.

Parfüm

Kostbare Düfte in edlen Verpackungen

5.6. - 11.9.2016

Die Vielfalt der gläsernen Parfümflakons von der Antike bis zum 20. Jahrhunderts steht im Mittelpunkt der Ausstellung. Seit der Antike werden teure Parfümöle und duftende Salben in Glasbehältern aufbewahrt. Glas hat gegenüber Ton, Stein oder Holz den Vorteil, dass der wohlriechende Inhalt nahezu unbegrenzt haltbar ist und bietet vielfältige Gestaltungmöglichkeiten: Von individuell verzierten Fläschchen für die Handtasche über große farbige Flakons mit eingeschliffenen Stopfen oder Zerstäubern für den Toilettentisch bis hin zu den Originalgefäßen einzelner Parfümhersteller mit aufwendig gestalteten Papieretiketten. Diese Etiketten tragen oft blumige Namen wie "Extrait aux fleurs", "Vera Violetta" oder "Mouson Lavendel".


Ein Klassiker unter den Duftwässern ist das "Eau de Cologne - Kölnisch Wasser". Es wurde zu Beginn des 18. Jahrhunderts von Giovanni Maria Farina in Köln vertrieben und war schon bald beim Adel und bei reichen Bürgern so begehrt, dass es andere Hersteller nachahmten. Prominentester Konkurrent war Ferdinand Mühlens, der sein erfrischendes Duftwasser nach dem Herstellungsort in der Kölner Glockengasse "No. 4711" benannte.

Durch die Herstellung künstlicher Aromastoffe, die teure Rohstoffe ersetzten, wurde Parfüm erschwinglicher. Der Weg zum Massen- bzw. Lifestyle-Produkt war durch den Verkauf in Warenhäusern vorgezeichnet. Neben den klassischen Parfümeuren setzten Modemacher wie Coco Chanel, Christian Dior oder Yves Saint Laurent neue Dufttrends. Heute spielen auch die Flakondesigner eine wichtige Rolle, die das Image einer Marke und eines Lebensgefühls umsetzen.

LUMEN

Glasobjekte von Veronika Beckh

29.11.2015–24.4.2016

Lichtreflexe, Spiegelungen, optische Effekte – mit ihrem Titel LUMEN weist die Ausstellung der Glashütte Gernheim auf ihr auffälligstes Phänomen hin: Einfallendes Licht bricht sich in Glasoberflächen, erzeugt leuchtende Reflexe, wo es gebündelt wird, oder verfremdet das Innere eines Gefäßes.

Die Ausstellung zeigte neben Glasobjekten auch Installationen. Eigens für die Ausstellung entstand die Installation „Feld“ aus Tausenden handgezogenen, überfangenen Glasröhren, die sich über eine Fläche von mehreren Quadratmetern ausdehnen.

Die meisten ihrer Objekte fertigt Beckh eigenhändig am Ofen. Oft sind es einfache Formen, die dann zu komplexen Installationen zusammengesetzt werden. Doch bereits diese Grundelemente sind mit großer Sorgfalt geblasen und bearbeitet. Vor allem weisen sie exakt berechnete optische Effekte auf, die die Künstlerin schon während der Arbeit am Ofen in ihre Stücke einbezieht. Neben die minimalistische Lichtgestaltung tritt eine perfekte Bearbeitung der einzelnen Elemente. Sie sind makellos, auch konstruktiv exakt berechnet, und zeugen von äußerst anspruchsvoller technischer Ausführung.

Das Schleifen ist ebenfalls Bestandteil der Bearbeitung. Mit Hilfe der sogenannten kalten Techniken – besonders des Schliffs – gestaltet Beckh die Oberflächen der Glaskörper: Die Formen werden präzisiert, Oberflächen erhalten samtig scheinende Texturen, die das Licht streuen. Überraschende Einblicke etwa in eine Kugel oder die unerwarteten optischen Effekte innerhalb der Glaswandungen ziehen die Aufmerksamkeit auf sich. Sie locken zu genauerer Erforschung und Ergründung der Phänomene.

Katalog

LUMEN

Glasobjekte von Veronika Beckh. Hg. LWL-Industriemuseum, Kathrin Holthaus. 96 Seiten. Klartext Verlag, Essen 2016, ISBN: 978-3-8375-1524-4.

Cover Ausstellungskatalog